Ratgeber: Luftfeuchtigkeit senken
Schluss mit feuchten Wänden, Schimmel und muffigem Geruch: So senken Sie die Luftfeuchtigkeit in Ihrem Zuhause!
Kennen Sie das? Beschlagene Fenster, klamme Wäsche, ein muffiger Geruch im Keller oder – noch schlimmer – Schimmel an den Wänden? All das sind Anzeichen für eine zu hohe Luftfeuchtigkeit in Ihren Räumen. Und das ist nicht nur unangenehm, sondern kann auch ernsthafte Folgen haben:
- Gesundheitliche Probleme: Schimmelpilzsporen in der Luft können Allergien, Atemwegserkrankungen und andere Beschwerden auslösen.
- Schäden am Gebäude: Feuchtigkeit greift die Bausubstanz an, führt zu Rissen im Putz, abblätternder Farbe, Schimmelbildung und im schlimmsten Fall sogar zu Schäden an der Statik.
- Höhere Heizkosten: Feuchte Luft fühlt sich kälter an als trockene Luft – Sie müssen also mehr heizen, um die gleiche gefühlte Temperatur zu erreichen.
Dieser Ratgeber zeigt Ihnen, warum eine zu hohe Luftfeuchtigkeit problematisch ist, woher die Feuchtigkeit kommt und – vor allem – wie Sie sie wieder loswerden. Wir erklären Ihnen die verschiedenen Methoden zur Luftfeuchtigkeitssenkung, von einfachen Hausmitteln bis hin zu professionellen Luftentfeuchtern. Und wir verraten Ihnen, wann ein Luftentfeuchter die beste Lösung ist – und wie Sie das passende Gerät für Ihre Bedürfnisse finden.
Kurz gesagt: Wir machen Sie zum Experten für ein gesundes und angenehmes Raumklima!
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung: Schluss mit feuchten Wänden, Schimmel und muffigem Geruch
- Ursachen hoher Luftfeuchtigkeit: Woher kommt die ganze Feuchtigkeit?
- Luftfeuchtigkeit messen: Wie feucht ist es wirklich?
- Methoden zur Senkung der Luftfeuchtigkeit: So schaffen Sie ein gesundes Raumklima
- Spezielle Situationen: Luftfeuchtigkeit senken in Keller und Neubau
- Vorbeugung: Wie vermeide ich hohe Luftfeuchtigkeit dauerhaft?
- Checkliste: Luftfeuchtigkeit senken - die wichtigsten Maßnahmen
- Fazit: Mit den richtigen Maßnahmen zu einem gesunden Raumklima

2. Ursachen hoher Luftfeuchtigkeit: Woher kommt die ganze Feuchtigkeit?
Bevor Sie die Luftfeuchtigkeit senken können, müssen Sie wissen, woher die Feuchtigkeit überhaupt kommt. Die Ursachen können vielfältig sein, lassen sich aber grob in drei Kategorien einteilen:
Feuchtigkeit durch alltägliche Aktivitäten
Ja, Sie haben richtig gelesen: Wir selbst sind oft die Hauptverursacher von Feuchtigkeit in unseren Wohnräumen. Und zwar durch ganz alltägliche Dinge:
- Duschen und Baden: Beim Duschen und Baden entsteht sehr viel Wasserdampf. Ein einzelnes Vollbad kann die Luftfeuchtigkeit in einem kleinen Badezimmer um bis zu 30% erhöhen!
- Kochen: Auch beim Kochen – vor allem beim Kochen mit Wasser – wird viel Feuchtigkeit freigesetzt.
- Wäsche trocknen: Das Trocknen von Wäsche in der Wohnung ist eine der häufigsten Ursachen für zu hohe Luftfeuchtigkeit. Eine Waschmaschinenladung kann mehrere Liter Wasser an die Raumluft abgeben!
- Atmen und Schwitzen: Auch wir Menschen geben ständig Feuchtigkeit ab – durch unsere Atemluft und durch Schwitzen. Eine vierköpfige Familie produziert so bis zu 12 Liter Wasser pro Tag!
- Zimmerpflanzen: Auch Pflanzen geben Wasser an die Umgebung ab (Transpiration).
Das Problem: Wenn diese Feuchtigkeit nicht regelmäßig abgeführt wird (z.B. durch Lüften), steigt die Luftfeuchtigkeit im Raum immer weiter an.
Feuchtigkeit durch Baumängel oder Wasserschäden
Neben den alltäglichen Ursachen gibt es auch bauliche Probleme*, die zu einer erhöhten Luftfeuchtigkeit führen können:
- Mangelnder Luftaustausch: Moderne, gut isolierte Gebäude sind zwar energiesparend, verhindern aber oft den natürlichen Luftaustausch, der früher durch undichte Fenster und Türen stattfand.
- Falsches Lüften: Zu seltenes oder falsches Lüften (z.B. Dauerlüften mit gekippten Fenstern) kann die Luftfeuchtigkeit erhöhen, insbesondere im Winter.
- Kältebrücken und mangelhafte Isolierung: Kalte Wände (z.B. an schlecht gedämmten Außenwänden oder in Raumecken) kühlen die warme, feuchte Raumluft ab. Dadurch kondensiert die Feuchtigkeit an den Wänden – es bildet sich Tauwasser.
- Ungleichmäßige Beheizung: Kalte Schlafzimmer, in die feuchtwarme Luft aus anderen Räumen strömt, sind besonders anfällig für hohe Luftfeuchtigkeit und Schimmelbildung.
- Baumängel: Undichte Fenster, Risse im Mauerwerk, ein undichtes Dach oder ein defektes Fallrohr können dazu führen, dass Feuchtigkeit von außen in das Gebäude eindringt.
Feuchtigkeit im Neubau ("Baufeuchte")
Ein Neubau enthält extrem viel Feuchtigkeit – allein durch die verwendeten Materialien (Estrich, Putz, Beton). Diese "Baufeuchte" muss sorgfältig und kontrolliert abgeführt werden, um Schäden zu vermeiden (Risse, Schimmel, Verformungen) und die Bauzeit nicht unnötig zu verlängern. Ein typischer Neubau enthält mehrere tausend Liter Wasser!
3. Luftfeuchtigkeit messen: Wie feucht ist es wirklich? (Hygrometer)
Bevor Sie Maßnahmen zur Senkung der Luftfeuchtigkeit ergreifen, sollten Sie genau wissen, wie feucht es in Ihren Räumen tatsächlich ist. Denn nicht jede gefühlte Feuchtigkeit ist auch tatsächlich zu hoch.
Das richtige Messgerät: Hygrometer
Um die Luftfeuchtigkeit zu messen, benötigen Sie ein Hygrometer. Das ist ein kleines Gerät, das die relative Luftfeuchtigkeit in Prozent (%) anzeigt. Es gibt verschiedene Arten von Hygrometern:
- Analoge Hygrometer: Diese Geräte arbeiten mit einem Zeiger und einer Skala. Sie sind oft weniger genau als digitale Hygrometer und müssen regelmäßig kalibriert werden.
- Digitale Hygrometer: Diese Geräte zeigen die Luftfeuchtigkeit digital an und sind in der Regel genauer als analoge Hygrometer. Viele digitale Hygrometer haben auch eine Temperaturanzeige.
- Thermo-Hygrometer: Kombination aus Thermometer und Hygrometer.
- Funk-Hygrometer: Diese Geräte übertragen die Messwerte per Funk an eine Basisstation. Das ist praktisch, wenn Sie die Luftfeuchtigkeit in mehreren Räumen überwachen möchten.
Tipps zur Messung:
- Platzierung: Stellen Sie das Hygrometer nicht in der Nähe von Fenstern, Türen, Heizkörpern oder Wänden auf, da dies die Messwerte verfälschen kann. Am besten ist eine zentrale Position im Raum, etwa auf einem Tisch oder Regal.
- Zeitpunkt: Messen Sie die Luftfeuchtigkeit mehrmals täglich, am besten morgens, mittags und abends. So erhalten Sie ein genaues Bild über den Verlauf der Luftfeuchtigkeit.
- Dauer: Lassen Sie das Hygrometer einige Minuten am Messort stehen, bevor Sie den Wert ablesen. So kann sich das Gerät an die Raumtemperatur anpassen.
- Regelmäßigkeit: Überprüfen Sie die Luftfeuchtigkeit regelmäßig, auch wenn Sie keine Probleme feststellen. So können Sie Veränderungen frühzeitig erkennen und gegensteuern.
Was ist die "optimale" Luftfeuchtigkeit?
Die optimale Luftfeuchtigkeit in Wohnräumen liegt zwischen 40% und 60%. In diesem Bereich fühlen sich die meisten Menschen wohl, und es besteht kein erhöhtes Risiko für Schimmelbildung oder andere Feuchtigkeitsschäden.
- Unter 40%: Die Luft ist zu trocken. Das kann zu trockenen Schleimhäuten, gereizten Augen, Kopfschmerzen und einer erhöhten Anfälligkeit für Erkältungen führen.
- Über 60%: Die Luft ist zu feucht. Das kann zu Schimmelbildung, muffigem Geruch, Schäden an Möbeln und Tapeten sowie zu gesundheitlichen Problemen führen.
Wichtig: Die optimale Luftfeuchtigkeit hängt auch von der Raumtemperatur und der Jahreszeit ab. Im Winter ist die Luft in der Regel trockener als im Sommer.
Raum | Optimale Temperatur | Optimale Luftfeuchtigkeit |
---|---|---|
Arbeitszimmer | 20 °C | 40 – 60 % |
Badezimmer | 23 °C | 50 – 70 % |
Keller | 10-15 °C | 50 – 65 % |
Kinderzimmer | 20-22 °C | 40 – 60 % |
Küche | 18 °C | 50 – 60 % |
Schlafzimmer | 16-18 °C | 40 – 60 % |
Wohnzimmer | 20 °C | 40 – 60 % |
4. Methoden zur Senkung der Luftfeuchtigkeit
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Luftfeuchtigkeit in Ihren Räumen zu senken. Welche Methode die richtige ist, hängt von der Ursache der hohen Luftfeuchtigkeit, der Raumgröße und Ihren individuellen Bedürfnissen ab.
Richtig Lüften: Die Grundlage für ein gutes Raumklima
Lüften ist die einfachste und effektivste Methode, um überschüssige Feuchtigkeit aus der Wohnung zu bekommen. Aber richtig Lüften will gelernt sein:
- Stoßlüften statt Dauerkippen: Öffnen Sie die Fenster mehrmals täglich für 5-10 Minuten komplett (Stoßlüften). Das sorgt für einen schnellen Luftaustausch, ohne dass die Wände auskühlen. Gekippte Fenster hingegen bringen kaum etwas und verschwenden nur Heizenergie.
- Querlüften: Öffnen Sie gegenüberliegende Fenster gleichzeitig (Querlüften). Das sorgt für einen noch schnelleren Luftaustausch.
- Lüften nach Bedarf: Lüften Sie immer dann, wenn viel Feuchtigkeit entsteht (z.B. nach dem Duschen, Kochen, Wäschetrocknen).
- Lüften im Winter: Auch im Winter ist Lüften wichtig! Lüften Sie kürzer, aber intensiver als im Sommer.
- Keller richtig lüften: Kellerräume sollten Sie nur dann lüften, wenn die Außenluft kälter und trockener ist als die Kellerluft. Sonst holen Sie sich die Feuchtigkeit von draußen herein!
Aber: Lüften allein reicht nicht immer aus, um die Luftfeuchtigkeit dauerhaft zu senken. Vor allem in folgenden Situationen ist eine zusätzliche Maßnahme erforderlich:
- Bei sehr hoher Luftfeuchtigkeit (z.B. nach einem Wasserschaden).
- In Räumen ohne Fenster (z.B. innenliegende Bäder).
- In Kellerräumen (hier ist Lüften oft nur eingeschränkt möglich).
- Bei baulichen Mängeln (z.B. aufsteigende Feuchtigkeit).
Richtig Heizen: Wärme gegen Feuchtigkeit
Auch richtiges Heizen kann dazu beitragen, die Luftfeuchtigkeit zu senken. Denn warme Luft kann mehr Feuchtigkeit aufnehmen als kalte Luft.
- Gleichmäßig heizen: Heizen Sie alle Räume gleichmäßig – auch die, die Sie nicht so oft nutzen.
- Nicht zu stark auskühlen lassen: Vermeiden Sie, dass Räume komplett auskühlen. Denn wenn sich die warme, feuchte Luft an den kalten Wänden abkühlt, kondensiert die Feuchtigkeit und es kann zu Schimmelbildung kommen.
- Temperatur absenken beim Lüften: Drehen Sie die Heizung während des Lüftens herunter, um Energie zu sparen.
Aber: Heizen allein ist keine Lösung für Feuchtigkeitsprobleme! Es ist immer wichtig, die Ursache der hohen Luftfeuchtigkeit zu finden und zu beheben. Und: Wenn Sie nicht richtig lüften, kann Heizen das Problem sogar verschlimmern (siehe oben). Beachten Sie, dass die Raumtemperatur beim Entfeuchten feuchter Wände 35°C nicht überschreiten sollte.
Luftentfeuchter: Die effektive Lösung für viele Feuchtigkeitsprobleme
Wenn Lüften und Heizen nicht ausreichen, um die Luftfeuchtigkeit dauerhaft zu senken, sind Luftentfeuchter die effektivste Lösung. Sie entziehen der Luft aktiv die Feuchtigkeit und sorgen so für ein gesundes und angenehmes Raumklima.
Es gibt zwei Haupttypen von Luftentfeuchtern, die für unterschiedliche Aufgaben geeignet sind:
Bautrockner (Kondenstrockner): Die Kraftpakete für größere Aufgaben
Bautrockner – auch Kondenstrockner genannt – sind leistungsstarke Geräte, die große Mengen Feuchtigkeit aus der Luft entfernen können. Sie arbeiten nach dem Prinzip der Kondensation: Die feuchte Luft wird angesaugt, über ein Kühlelement geleitet und die Feuchtigkeit kondensiert. Das Kondenswasser wird in einem Behälter aufgefangen oder über einen Schlauch abgeleitet.
Vorteile:
- Hohe Entfeuchtungsleistung: Ideal für Neubauten, die Entfernung von Baufeuchte und größere Räume.
- Einfache Bedienung: Aufstellen, einschalten, Behälter leeren (oder Schlauch anschließen) – fertig.
- Robust: Bautrockner sind für den harten Einsatz auf Baustellen konzipiert.
Nachteile:
- Temperaturabhängig: Die Leistung nimmt bei niedrigen Temperaturen ab.
- Kondenswasser: Muss regelmäßig entsorgt werden.
Wann ist ein Bautrockner sinnvoll?
- Bei der Bautrocknung (Estrich, Putz, Beton).
- In großen, feuchten Räumen (z.B. Lagerhallen).
- Überall dort, wo eine schnelle und effektive Entfeuchtung erforderlich ist.
Adsorptionstrockner
Adsorptionstrockner arbeiten mit einem anderen Prinzip, hier wird die Luftfeuchtigkeit durch ein Trocknungsmittel absorbiert.
Vorteile:
- effektiver bei niedrigeren Temperaturen
- Sehr niedrige Zielfeuchte
- Kein Kondenswasserbehälter
Nachteile
- Abluftschlauch zwingend erforderlich
- Höherer Energieverbrauch
Für welchen Anwendungsfall welcher Trockner die richtige Wahl ist, lesen Sie in unserem Ratgeber Kondensationstrockner oder Adsorptionstrockner.
Luftentfeuchter für den Wohnbereich: Die kleinen Helfer für ein gesundes Raumklima
Für den dauerhaften Einsatz in Wohnräumen, Schlafzimmern, Kellern oder anderen kleineren Räumen gibt es kompakte Luftentfeuchter, die weniger leistungsstark, aber dafür leiser, energiesparender und einfacher zu handhaben sind als Bautrockner.
Eine besonders elegante und platzsparende Lösung für die dauerhafte Luftentfeuchtung ist der AERIAL AD 110. Dieses Gerät wurde speziell für die Wandmontage konzipiert und eignet sich ideal für den Einsatz in Wohnräumen, Kellern, Waschküchen oder kleinen Lagerräumen. Mehr Informationen zum AERIAL AD 110 finden Sie hier: Luftentfeuchter kaufen
Die meisten Luftentfeuchter für den Wohnbereich arbeiten entweder nach dem Prinzip der Kondensation (ähnlich wie Bautrockner, aber mit geringerer Leistung) oder mit Granulat (das die Feuchtigkeit aus der Luft aufnimmt).
Vorteile:
- Einfache Anwendung: Aufstellen, einschalten, Behälter leeren (oder Granulat wechseln) – fertig.
- Leiser Betrieb: Viele Modelle sind sehr leise und stören nicht im Wohnbereich.
- Energiesparend: Der Stromverbrauch ist in der Regel geringer als bei Bautrocknern.
- Kompakte Größe: Die Geräte lassen sich leicht transportieren und platzsparend aufstellen.
Nachteile:
- Geringere Entfeuchtungsleistung: Nicht geeignet für große Räume oder sehr hohe Feuchtigkeit.
- Begrenzte Einsatzmöglichkeiten: Nicht geeignet für Neubauten.
Wann ist ein kleiner Luftentfeuchter sinnvoll?
- Bei dauerhaft erhöhter Luftfeuchtigkeit in Wohnräumen, Schlafzimmern, Kellern, etc.
- Zur Vorbeugung von Schimmelbildung in Räumen mit hoher Luftfeuchtigkeit (z.B. Badezimmer).
- Zur Verbesserung des Raumklimas (z.B. bei Allergien oder Atemwegserkrankungen).
- Zur Trocknung von Wäsche in der Wohnung (als ergänzende Maßnahme zum Lüften).
Hausmittel gegen Luftfeuchtigkeit: Was taugen Salz, Reis und Co.?
Im Internet kursieren zahlreiche Tipps, wie man die Luftfeuchtigkeit mit Hausmitteln senken kann. Die bekanntesten sind:
- Schälchen mit Salz: Salz soll die Feuchtigkeit aus der Luft aufnehmen.
- Schälchen mit Reis: Reis hat eine ähnliche Wirkung wie Salz.
- Katzenstreu: Auch Katzenstreu soll Feuchtigkeit binden.
Die Wahrheit: Diese Hausmittel haben allenfalls eine minimale Wirkung. Sie können geringe Mengen an Feuchtigkeit aufnehmen, aber bei echten Feuchtigkeitsproblemen sind sie völlig überfordert.
Fazit: Hausmittel können eine ergänzende Maßnahme sein, um die Luftfeuchtigkeit leicht zu senken. Aber sie sind kein Ersatz für richtiges Lüften, Heizen oder den Einsatz eines Luftentfeuchters.
Pflanzen gegen hohe Luftfeuchtigkeit?
Oft liest man, dass Zimmerpflanzen die Luftfeuchtigkeit senken können. Das stimmt – aber nur in sehr begrenztem Umfang. Zwar nehmen Pflanzen Wasser auf und geben es auch wieder ab, aber die Menge ist meist zu gering, um einen spürbaren Effekt zu erzielen. Viele Pflanzen erhöhen die Luftfeuchtigkeit sogar eher.
Wichtig zu wissen:
- Pflanzen sind kein Ersatz für richtiges Lüften, Heizen oder einen Luftentfeuchter.
- Bei zu hoher Luftfeuchtigkeit können auch Pflanzen schimmeln.
- Einige Pflanzen (z.B. Efeutute, Bogenhanf, Schwertfarn) können bedingt zur Luftverbesserung beitragen, aber Wunder sollten Sie nicht erwarten.
Fazit: Pflanzen können ein kleiner, zusätzlicher Beitrag zu einem besseren Raumklima sein, aber bei ernsthaften Feuchtigkeitsproblemen sind sie keine Lösung.
5. Spezielle Situationen: Luftfeuchtigkeit senken in Keller und Neubau
Die Grundlagen zur Senkung der Luftfeuchtigkeit haben Sie nun kennengelernt. Aber was ist in besonderen Situationen zu beachten? Hier die wichtigsten Tipps für Keller und Neubau:
Luftfeuchtigkeit im Keller senken: Dauerproblem mit besonderen Herausforderungen
Kellerräume sind besonders anfällig für hohe Luftfeuchtigkeit. Das liegt an verschiedenen Faktoren:
- Lage: Kellerräume liegen (teilweise) unter der Erde und sind daher kühler als die anderen Räume im Haus. Kalte Luft kann aber weniger Feuchtigkeit aufnehmen als warme Luft – die Feuchtigkeit kondensiert an den Wänden.
- Fehlende/unzureichende Belüftung: Kellerräume haben oft kleine oder keine Fenster und sind daher schlecht zu belüften.
- Aufsteigende Feuchtigkeit: Durch undichte Kellerwände oder eine fehlende Horizontalsperre kann Feuchtigkeit aus dem Erdreich in das Mauerwerk eindringen.
Für ausführliche Informationen zu dem Thema lesen Sie auch unseren Ratgeber Keller trocknen.
Was tun bei hoher Luftfeuchtigkeit im Keller?
- Ursache finden: Zuerst müssen Sie die Ursache der hohen Luftfeuchtigkeit finden. Ist es "nur" falsches Lüften und Kondensation? Oder gibt es ein bauliches Problem (aufsteigende Feuchtigkeit, undichte Stellen)? Im Zweifelsfall sollten Sie einen Fachmann zu Rate ziehen.
- Richtig Lüften: Kellerräume sollten Sie anders lüften als Wohnräume:
- Lüften Sie nur dann, wenn die Außenluft kälter und trockener ist als die Kellerluft. Das ist meistens nachts oder in den frühen Morgenstunden der Fall.
- Lüften Sie kurz und intensiv (Stoßlüften).
- Vermeiden Sie Dauerlüften mit gekippten Fenstern – das bringt im Keller nichts und kann das Problem sogar verschlimmern.
- Luftentfeuchter einsetzen: In den meisten Kellern reicht Lüften allein nicht aus, um die Luftfeuchtigkeit dauerhaft niedrig zu halten. Hier ist ein Luftentfeuchter die optimale Lösung. Adsorptionstrockner eignen sich besonders gut für dauerhaft unbeheizte Keller.
- Wichtig: Achten Sie auf die richtige Dimensionierung des Geräts (passend zur Raumgröße und Feuchtigkeitsmenge).
Zusätzliche Tipps für den Keller:
- Lagern Sie keine feuchtigkeitsempfindlichen Gegenstände (z.B. Kartons, Textilien, Papier) direkt auf dem Kellerboden.
- Verwenden Sie Regale und lassen Sie Platz zwischen den Gegenständen und den Wänden, damit die Luft zirkulieren kann.
Kontrollieren Sie regelmäßig die Luftfeuchtigkeit mit einem Hygrometer.
Luftfeuchtigkeit im Neubau senken: Geduld und Technik sind gefragt
Ein Neubau enthält extrem viel Feuchtigkeit – durch die verwendeten Materialien (Estrich, Putz, Beton) und durch das Mauern selbst. Diese "Baufeuchte" muss sorgfältig und kontrolliert abgeführt werden, um Schäden zu vermeiden (Risse, Schimmel, Verformungen) und die Bauzeit nicht unnötig zu verlängern.
Wie viel Feuchtigkeit steckt in einem Neubau?
Stellen Sie sich vor: Ein typisches Einfamilienhaus enthält in Estrich, Putz und Mauerwerk mehrere tausend Liter Wasser! Diese Feuchtigkeit muss raus, bevor Sie mit dem Innenausbau (z.B. Verlegen von Bodenbelägen, Streichen, Tapezieren) beginnen können.
Wie lange dauert die Bautrocknung?
Die natürliche Trocknung eines Neubaus kann Monate dauern – abhängig von der Jahreszeit, dem Wetter, der Bauweise und der Dicke der verwendeten Materialien.
Wie kann ich die Bautrocknung beschleunigen?
- Richtig Lüften: Regelmäßiges Stoßlüften ist wichtig, aber nicht immer ausreichend – vor allem nicht in der kalten Jahreszeit.
- Heizen: Eine moderate Beheizung des Neubaus (sofern möglich) beschleunigt die Trocknung.
- Bautrockner: Der Einsatz von professionellen Bautrocknern ist in den meisten Fällen unverzichtbar, um die Baufeuchte schnell und kontrolliert abzuführen. Kondenstrockner eignen sich hier besonders gut.
Wichtig: Die Bautrocknung ist ein wichtiger Prozess, der gut geplant sein sollte. Während eine umfassende Bautrocknung, insbesondere bei komplexen Bauvorhaben oder großen Wasserschäden, oft die Expertise eines Fachmanns erfordert, kann eine einfache Neubautrocknung in vielen Fällen auch in Eigenregie durchgeführt werden – vorausgesetzt, Sie setzen die richtigen Mietgeräte ein und beachten die Grundlagen der Bautrocknung (siehe vorherige Abschnitte). Eine regelmäßige Messung der Restfeuchte in den verschiedenen Bauteilen (Estrich, Putz) ist in jedem Fall unerlässlich, um den Trocknungsfortschritt zu überwachen und Schäden zu vermeiden. Bei Unsicherheiten oder Fragen stehen wir Ihnen mit unserer Expertise gerne zur Seite!
Trocknung bei Kälte
Sinken die Temperaturen, stoßen Kondenstrockner an ihre Leistungsgrenzen. Unter ca. 15°C, insbesondere aber bei Frost, sind Adsorptionstrockner die deutlich effizientere Wahl zur Luftentfeuchtung.
Warum?
- Funktionsprinzip: Adsorptionstrockner arbeiten mit einem Trockenmittel, das Feuchtigkeit unabhängig von der Umgebungstemperatur bindet.
- Konstante Leistung: Auch bei Minusgraden entfeuchten sie die Luft zuverlässig.
- Sehr niedrige Zielfeuchte: Ideal für besonders feuchteempfindliche Materialien.
Typische Einsatzgebiete (bei Kälte):
- Garagen (Oldtimer, hochwertige Fahrzeuge): Schutz vor Rost, Schimmel, Elektronikproblemen.
- Unbeheizte Keller, Lagerhallen: Vermeidung von Feuchteschäden.
- Boote/Wohnmobile (Winterpause): Schutz vor Schimmel und Stockflecken.
- Überall dort, wo eine sehr niedrige Luftfeuchtigkeit benötigt wird
Ausführliche Informationen zur Funktionsweise, zu Vorteilen und allen Einsatzgebieten von Adsorptionstrocknern finden Sie in unserem speziellen Ratgeber Adsorptionstrockner.
6. Vorbeugung: Wie vermeide ich hohe Luftfeuchtigkeit dauerhaft?
Hohe Luftfeuchtigkeit ist nicht nur ein akutes Problem, sondern kann auch dauerhaft auftreten, wenn man nicht vorbeugt. Hier sind die wichtigsten Tipps, um ein gesundes Raumklima zu erhalten und Feuchtigkeitsproblemen vorzubeugen:
- Richtig Lüften:
- Mehrmals täglich Stoßlüften (5-10 Minuten, Fenster ganz öffnen).
- Querlüften (gegenüberliegende Fenster öffnen).
- Nach dem Duschen, Kochen und Wäschetrocknen sofort lüften.
- Kellerräume nur lüften, wenn die Außenluft kälter und trockener ist als die Kellerluft.
- Richtig Heizen:
- Alle Räume gleichmäßig beheizen (auch die, die Sie nicht so oft nutzen).
- Räume nicht zu stark auskühlen lassen (Mindesttemperatur ca. 16°C).
- Heizung beim Lüften herunterdrehen.
- Wäsche richtig trocknen:
- Wäsche nicht in geschlossenen Räumen trocknen, wenn möglich.
- Wäsche gut schleudern, bevor Sie sie aufhängen.
- Beim Wäschetrocknen in der Wohnung immer für ausreichend Lüftung sorgen.
- Duschen und Baden:
- Nach dem Duschen oder Baden sofort lüften und die Wände abtrocknen.
- Badezimmertür geschlossen halten, damit sich die Feuchtigkeit nicht in der ganzen Wohnung verteilt.
- Kochen:
- Beim Kochen immer die Dunstabzugshaube einschalten und/oder das Fenster öffnen.
- Deckel auf Töpfe und Pfannen verwenden, um die Dampfentwicklung zu reduzieren.
- Zimmerpflanzen:
- Nicht zu viele Pflanzen in kleinen Räumen aufstellen.
- Bauliche Mängel beheben:
- Undichte Stellen (Fenster, Türen, Dach, Mauerwerk) abdichten.
- Aufsteigende Feuchtigkeit bekämpfen (Horizontalsperre einbauen lassen).
- Wärmebrücken beseitigen (z.B. durch Dämmung).
7. Checkliste: Luftfeuchtigkeit senken - die wichtigsten Maßnahmen
Maßnahme | Wohnräume | Keller | Neubau |
---|---|---|---|
(✓) = kann sinnvoll sein, abhängig von der Situation | |||
Regelmäßig Stoßlüften | ✓ | ✓ | ✓ |
Querlüften | ✓ | ✓ | ✓ |
Nach Duschen/Kochen/Wäschetrocknen lüften | ✓ | ||
Richtig Heizen | ✓ | (✓) | (✓) |
Luftentfeuchter (für Räume/Aufgaben) | ✓ | ✓ | |
Bautrockner (für größere Aufgaben/Wasserschäden) | (✓) | (✓) | ✓ |
Bauliche Mängel beheben | ✓ | ✓ | |
Aufsteigende Feuchtigkeit bekämpfen | ✓ | ||
Fachmann hinzuziehen (bei größeren Problemen) | (✓) | ✓ | ✓ |
8. Fazit: Mit den richtigen Maßnahmen zu einem gesunden Raumklima
Hohe Luftfeuchtigkeit ist ein Problem, das viele Menschen betrifft – aber es ist kein unabwendbares Schicksal! Mit den richtigen Maßnahmen können Sie die Luftfeuchtigkeit in Ihren Räumen dauerhaft senken und so für ein gesundes und angenehmes Raumklima sorgen. Das beugt nicht nur Schäden vor, sondern steigert auch das Wohlbefinden.
Ob richtiges Lüften und Heizen, der Einsatz von leistungsstarken Luftentfeuchtern oder die Behebung baulicher Mängel – es gibt viele Möglichkeiten, die Luftfeuchtigkeit in den Griff zu bekommen. Welche Maßnahmen für Sie am besten geeignet sind, hängt von der Ursache der Feuchtigkeit, der Raumgröße und Ihren individuellen Bedürfnissen ab.
Wir von bautrockner-verleih.de sind Ihre Experten für Luftentfeuchtung in Lübeck, Hamburg, Kiel und Umgebung. Wir beraten Sie gerne kostenlos und unverbindlich, welcher Luftentfeuchter für Ihre Bedürfnisse der richtige ist – und wie Sie ihn optimal einsetzen. Vom kompakten Luftentfeuchter für den Wohnbereich bis zum leistungsstarken Bautrockner für den Neubau – wir haben die passende Lösung!
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Marco Treimer
Geschäftsführer
Bautrocknerverleih Nord
12 Jahre Erfahrung in gewerblicher Bautrocknung