
Sie haben mit Feuchtigkeit in einem unbeheizten Keller, auf einer Winterbaustelle oder nach einem Wasserschaden bei Minusgraden zu kämpfen? Ein herkömmlicher Kondenstrockner stößt hier an seine Grenzen. Die Lösung ist ein Adsorptionstrockner.
Doch wie schafft es dieses Gerät, der Luft selbst bei Frost noch Wasser zu entziehen? Dieser Artikel erklärt das physikalische Prinzip des "Sorptionsrotors" verständlich und zeigt, warum diese Technik in der Industrie unverzichtbar ist.
Das Herzstück: Der Sorptionsrotor
Im Gegensatz zum Kondenstrockner, der wie ein Kühlschrank arbeitet, nutzt der Adsorptionstrockner ein chemisch-physikalisches Prinzip. Im Inneren dreht sich langsam ein Rotor (ein wabenförmiges Rad), der mit einem stark hygroskopischen (wasseranziehenden) Mittel beschichtet ist – meist Silikagel.
Man kann sich diesen Rotor wie einen endlosen Schwamm vorstellen, der nie nass wird, weil er permanent getrocknet wird. Dieser Prozess läuft in vier Phasen ab:
Ansaugen & Adsorption
Die feuchte Raumluft ("Prozessluft") wird angesaugt und durch den sich drehenden Rotor geleitet. Das Silikagel in den Waben bindet die Wassermoleküle sofort an seiner Oberfläche.
Trockene Luft ausblasen
Da die Feuchtigkeit im Rotor hängen bleibt, kommt auf der anderen Seite extrem trockene, leicht erwärmte Luft heraus. Diese wird als "Trockenluft" zurück in den Raum geblasen.
Regeneration (Desorption)
Damit der Rotor neue Feuchtigkeit aufnehmen kann, muss er getrocknet werden. Ein zweiter Luftstrom ("Regenerationsluft") wird stark erhitzt und durch einen abgetrennten Sektor des Rotors geleitet. Die Hitze treibt das Wasser aus dem Silikagel.
Abführen der Nässe
Die nun heiße und extrem feuchte Regenerationsluft wird nicht in den Raum zurückgelassen, sondern über einen Abluftschlauch nach draußen geführt. Die Feuchtigkeit verlässt das Gebäude als Wasserdampf.
Stärken und Schwächen des Systems
Die Vorteile
- Leistung bei Kälte: Arbeitet konstant effizient von -10°C bis +30°C. Keine Vereisung wie beim Kondenstrockner.
- Niedrige Zielfeuchte: Kann Luftfeuchtigkeiten bis unter 10% r.F. erreichen (wichtig für Prozessluft/Industrie).
- Wartungsarm: Kein Wassertank muss geleert werden, da die Feuchtigkeit als Dampf abgeführt wird.
Die Nachteile
- Abluftschlauch nötig: Die feuchte Luft muss zwingend über ein Fenster, Tor oder eine Kernbohrung nach draußen geführt werden.
- Energiebedarf: Das Aufheizen der Regenerationsluft benötigt Energie. In warmen Räumen (>15°C) ist ein Kondenstrockner daher meist sparsamer.
Typische Einsatzgebiete
Kalte Keller & Lager
Ideal für unbeheizte Keller und Lagerhallen im Winter. Wo Temperaturen unter 15°C herrschen, sind sie alternativlos, da Kondenstrockner hier vereisen.
Oldtimer & Garage
Schutz vor Korrosion (Rost) an Fahrzeugen und Werkzeugen. Die Technik verhindert Kondenswasserbildung an kaltem Metall, was für den Werterhalt essenziell ist.
Wintergarten
Schluss mit beschlagenen Scheiben und Schimmel an den Fugen. Adsorptionstrockner senken den Taupunkt, sodass kein Wasser mehr kondensiert.
Industrie & Spezial
Trocknung von empfindlichen Gütern (Holz, Papier, Pharma) oder zur Prozessluft-Trocknung, wo extrem niedrige Feuchtewerte (unter 35%) gefordert sind.
Hinweis: Wenn Sie das Kondenswasser nicht abführen können (z.B. kein Abfluss vorhanden), ist der Adsorptionstrockner ebenfalls praktisch, da er keinen Tank besitzt.
Fazit: Hightech für spezielle Anforderungen
Der Adsorptionstrockner ist ein spezialisiertes Werkzeug. Er ist nicht für den klassischen Wasserschaden im beheizten Wohnzimmer gedacht (hier regiert der Kondenstrockner), sondern für Situationen, in denen Physik sonst versagt: Kälte, Frost und extrem niedrige Feuchtewerte.
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Marco Treimer
Geschäftsführer
Bautrocknerverleih Nord
12 Jahre Erfahrung in gewerblicher Bautrocknung